Mittwoch, 5. Februar 2014

Wir sind Handwerker und keine Architekten




Letztens war es mal wieder soweit, unser Wohnzimmer musste neu gestrichen werden, die Farbwahl bei Hauseinrichtungen trifft die Familie gemeinsam, das bedeutet meine Frau wählt eine Farbe, und wir haben dann  ein ("Schein")- Vetorecht, dessen Einspruchswirksamkeit stark von der unterstreichenden Maßnahme abhängig ist - also " Ich finde " als Satzanfang hat eine Einspruchswirksamkeit von 0,1 auf der 10er Skala -> "wir treten alle sofort in den Hungerstreik wenn: " eine Einspruchswirksamkeit von 4 ( 10 bei meiner Tochter -> -2  bei mir also 4 im Durchschnitt).
Wir! wählten also eine bestimmte Farbe aus und bestellten den Maler unseres Vertrauens für das Vor-Gespräch.
Der Maler und meine Frau verstehen sich gut, und so kommt es immer dazu, das meine Frau ihm aus einer Zeitschrift oder einer Farbpalette eine Farbwunsch vorstellt, er diesen immer kritisch betrachtet, und Sie dann berät und zuweilen sogar komplett auf eine andere Farbwahl umstimmt. Das Ergebnis war bisher immer hervorragend.
Der Maler argumentiert zumeist mit seiner Erfahrung und mit seinem handwerklichen Geschick, er kann sich sofort vorstellen, was meine Frau ( also wir !) eigentlich erwartet, und passt dies dann den räumlichen Gegebenheiten an. er berückschtigt im Gegensatz zu uns, die Lichtverhältnisse im gesamten Raum, die Farbskala der restlichen Möbel, die Übergänge zu den anderen Räumen, die Haltbarkeit und die Anfälligkeit für Verschmutzungen des Farbtons etc., zusammengefasst er kennst sich ausmit seinem Geschäft.

Wenn man ihn fragt was sein Beruf ist sagt er Malermeister: und braucht dafür kein 100ste Sekunde nachzudenken.

Niemals würde er auf den Gedanken kommen sich Color - Consultant, Innenarchitekt - Spezialgebiet Farbe, oder gar Management-Consultant zu nennen. Er wirbt auch nicht damit  Farbstrategien und Color-Portfolios  zu entwickeln, Er sagt er ist Maler und Malen ist sein Handwerk, in der Werbeanzeige steht Malermeister Scharf, Konstanz  ( man kann ihn ruhig empfehlen)

Fragt man hingegen die Kollegen und Mitbewerber in unserer Branche hört würde man nur selten hören , das man einfach nur ein guter "Handwerker" ist. Die meisten sind "Management Consultants"  " Information Architekts" " Performance-Measurement- System Designer"  "BI- Consultant"   - dabei wird vergessen das diese Bezeichnungen nur wenig, damit zu tuen haben, was "operative" Beratungsgesellschaften eigentlich machen : Handwerk ! bestehend aus Entwicklung, Programmierung und auch ein wenig Design, aber zu 80% aus dem Erstellen von Schnittstellen also dem Matchen zwischen Spalten aus der einen Tabelle mit Spalten aus der anderen Tabelle.
Wenn man das häufig gemacht hat, kann man seinen Kunden die Erfahrungen weitergeben und Vorschläge für Erweiterungen und Änderungen im Konzept geben.

Kein Innenarchitekt malt auch das Haus an, und die wenigsten Maler übernehmen die Vorgaben des Innenarchitekten zu 100% in Ihre Farben, viele passen die Töne und Qualität an, weil sie bei der praktischen Umsetzung einfach Ihre Erfahrungen und Ihr wissen einbringen  können, auch wenn Sie das große Konzept des Hauses nicht entwickelt haben.

Neulich musste ich einem neuen Mitarbeiter erklären was eigentlich seine Aufgaben sind. ich nahm das oben genannte Beispiel vom fähigen Maler  und sagte ihm genau das sind wir fähige Handwerker - nicht mehr! aber ganz gewiß auch nicht weniger.
Wir haben genug Praxiserfahrung um Anpassungsvorschläge zu machen, wir beherschen unsere Werkzeuge und stellen dem Kunden verschiedene Alternativen vor, wir diskutieren unsere und seine Vorschläge,   und dann fangen wir an das vorrgeschlagene Umzusetzen also zu malen.

Wir werden versuchen, haben unsere mit der Zeit die gesamte Kommunikation mt Ihnen darauf anzupassen, also jeglichen Hinweis auf "Strategie" und "Mangement - Meta - Prozesse" zu verbannen.
Das wird nicht einfach aber es wird die Wahrheit sein.